Schöneiche III in der Relegation erfolgreich
Skurrile Bilder im finalen Spiel der Relegation um Platz eins: Die jungen Schöneicher stehen kurz vor Schluss mit dem Rücken zur Wand. Doch als sie nach langem Kampf nicht verhindern konnten, dass der Gegner aus Werder seinen zweiten Matchball verwandelt, stürmten alle TSGL Spieler aufs Feld, lagen sich in den Armen und feierten so phrenetisch, wie selten zuvor. Was war passiert?

Punktgleich mit dem Tabellenführer aus Frankfurt nicht aufgestiegen, bekam man eine zweite Chance über die Relegation, noch in die Landesliga aufzusteigen. Die Vorzeichen waren deutlich: Das Landesliga Team aus KW, unser Landesklasse Pendant aus Werder (ebenfalls punktgleich mit dem Tabellenführer nicht aufgestiegen) und Rehbrücke schlagen, um sich im Nachsitzen den frei gewordenen Landesliga Platz zu sichern.
10:15Uhr Auslosung. Die Spielreihenfolge sprach sich schnell rum: Ausgerechnet der vermeintlich härteste Konkurrenten aus KW sollte unser erster Gegner sein, bevor wir uns gegen Rehbrücke und Werder beweisen mussten. Die Aufregung vor dem Anpfiff war riesig. 3 Spiele, 2 Gewinnsätze – keine Zeit für viele Fehler. Das wirkte sich auch auf beiden Seiten auf das Spiel aus, welches bezeichnender Weise mit zwei verschlagenen Aufschlägen begann – nicht die letzten in diesem Spiel. Während man bis Mitte des Satzes den Gegner in Schach hielt, verpasste man es nun ihn mit Angriffen und Aufschlägen weiter unter Druck zu setzen. Das wusste eine Mannschaft vom Format KW auszunutzen und zeigte den Schöneichern, wie ihr Angriffsspiel aussehen kann, wenn man es zulässt. Punkt für Punkt zogen sie davon, während die Schöneicher Feldabwehr kein Mittel gegen die Kombination aus gezielten Schlägen und gelegten Bällen fand. Folgerichtig der Satzgewinn für den Gastgeber. Irgendwas musste sich ändern, doch auch der zweite Satz drohte ähnlich zu verlaufen, als man sich nach wenigen Punkten schon wieder mit vielen Eigenfehlern einen Rückstand erarbeitete. Doch langsam kamen die Schöneicher ins Spiel: der Block stand, und in der Feldabwehr wurden mit viel Einsatz Bälle erkämpft, erlaufen und erhechtet. So hatte man bis zum 16:16 seinen Gegner wieder eingeholt, der nun ohne nennenswerte Erfolge im Angriff unbewaffnet wirkte und sich aufs Legen beschränkte. Doch auch jetzt sollte das Spiel nicht zur Ruhe kommen. Viele Diskussionen, und so langsam kochte die Stimmung, als der 2. Schiedsrichter erkennen lies, das er noch vor wenigen Monaten bei unserem Gegner gespielt hat. Doch unter der souveränen Führung des vom BVV gestellten 1. Schiedsrichters, Spielwart Tom Masteit persönlich, konnte das Spiel im Lot gehalten werden, und die TSGL den Entscheidungssatz erzwingen. Der Tie Break begann nach Maß, als KW Trainer Tom Schwenk beim Stand von 0:2 aus Sicht seines Teams die erste Auszeit fordete. Doch schien diese ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Wie ausgewechselt kam das Team der Netzhoppers auf das Feld zurück und erkämpfte sich beim Stand von 4:4 den Ausgleich und noch vor dem Seitenwechsel die Führung. Wenig geschockt zeigte man sich auf Seiten der TSGL und kämpfte sich mit konsequenten Angriffsspiel zurück ins Spiel und eroberte zum Seitenwechsel die Führung zurück – nun mit der lautstarken Unterstützung der mitgereisten Mädels im Rücken, die auch dann laut waren, als es auf dem Feld nicht gut lief. 5:6, 6:7, 9:7, 9:8, die Spannung war Angesichts der Bedeutung des Spiels zum zerreißen. Die TSGL erarbeitete sich hart einen 3-Punkte Vorsprung, bis die Emotionen beim Stand vom 11:9 überkochten, als nach einer weiteren diskussionswürdigen Entscheidung des zweiten Schiedsrichters, dieser eine abfällige Geste gesehen haben will und vehement eine Sanktion forderte – die Nerven lagen blank. Doch auch hier brachte Tom Masteit mit Feingefühl für die brenzlige Situation Ruhe ins Spiel. Der weitere Verlauf des Tie Breaks erinnerte an das Ende des letzten Satzes. Die Schöneicher holten mit viel Kampf und Laufarbeit die gelegten Bälle der jungen Netzhoppers, und setzten sich im Angriff durch, bis man das Spiel letztendlich im Tie Break 15:12 für sich entscheiden konnte. Wie wichtig dieser Sieg war sollte sich erst später zeigen.
Einmal tief durchatmen, dann ging es schon weiter. Der zweite Gegner war Rehbrücke. Der nominell schwächste Gegner des Tages, drängte das starke Team aus Werder zuvor jedoch bis in den Tie Break an den Rand einer Niederlage. Der Spannungsbogen fiel etwas, jedoch blieb das Schöneicher Team konzentriert bei der Sache und führte während des ganzen Spiels zwar mit einem nur kleinen, jedoch beruhigenden Polster von wenigen Punkten. Die Spannung war nie völlig aus dem Spiel, andererseits hatte man immer das Gefühl, man könnte noch ein wenig mehr Druck aufbauen So schien das Spiel unter Kontrolle und man Gewann diesmal ohne Entscheidungssatz glatt mit 2:0.
Mindestens genau so Interessant wie das eigene Spiel, schien das Spiel auf der anderen Seite der Halle, in dem unser erster Gegner aus KW gegen unseren letzten Gegner aus Werder spielte. Nach anfänglichen Problemen und erneut viel Ärger der zahlreichen Werder Fans und Spieler über die Entscheidungen des zweiten Schiedsrichters – der nun sogar von Tom Masteit zurecht gewiesen wurde - kam unser finaler Gegner immer besser ins Spiel und schaffte in zwei Sätzen, wofür wir drei brauchten, und besiegten das Team der Netzhoppers Souverän mit 2:0.
Die Nervosität stieg in der längeren Pause vor dem finalen Spiel. Angereist in Erwartung das Team aus KW sei der härteste Gegner des Tages stand man nun einem Team gegenüber, das nicht nur seine ersten beide Spiele gewann, sondern auch mit der Art wie sie dies taten beeindruckte. Getragen von rund 30 Fans liefen die Jungs des Werderaner VV zu Höchstleistungen auf.
Vom ersten Punkt an waren beide Teams ausgeglichen. Das Spiel war hart umkämpft, eng, doch trotz seiner Bedeutung kein Stück feindselig, keine Diskussionen oder ähnliches – die sportliche Leistung entschied. Und wie eng diese beieinander lag, zeichnete sich im Verlauf des ersten Satzes ab. Die Führung wechselte ständig, doch kein Team schaffte es, sich mit mehr als 3 Punkten abzusetzen. Beim stand von 22:24 gab es den ersten Satzball für unseren Gegner als Werder – der Lärm in der Halle beinah betäubend. Die beiden Satzbälle erfolgreich abgewehrt stand es 24:24. Was folgte war purer Volleyballkrimi: Beide Teams wechselten sich von nun an mit Satzbällen ab, bis wir beim Stand von 29:29 nerven zeigten und die letzten beiden Bälle in der Annahme verloren. Sichtlich niedergeschlagen von der 29:31 Niederlage wechselten die Schöneicher die Seiten. Fast entschuldigend wirkten die Gesten der Werderaner Spieler beim Seitenwechsel, nach diesem unfassbar knappen Resultat. Danach lief auf Seiten der TSGL nicht mehr viel zusammen. Den letzten Satz noch in den Köpfen, machte sich Unsicherheit breit: Immer schwächer werdende Annahme, Eigenfehler im Angriff und ungewöhnlich viele Block- und Individualfehler, das Spiel völlig von der Rolle und die TSGL geriet zwischenzeitig mit 9 Punkten in Rückstand. Mitte des Satzes schienen sich die Schöneicher wieder daran zu erinnern, wie sie so weit gekommen sind, zeigten mit mutigen Angriffen den ersehnten Widerstand und kämpften sich beeindruckend bis auf 3 Punkte wieder heran. Doch der Rückstand war zu groß und die Verzweiflung auf der Schöneicher Bank immer größer. Sollten man schon wieder im im letzten Moment den Aufstieg verspielt haben? Sollte man trotz des Sieges gegen die Netzhoppers und Rehbrücke doch nicht aufsteigen? Noch ein Jahr in der Landesklasse? Nein. Was die jungen Schöneicher bis wenige Punkte vor Schluss nicht wussten: Auch der Zweitplatzierte des Relegationsturniers wird aufsteigen. Pure Erleichterung. Die Nachricht sprach sich blitzschnell auf der Bank rum und obwohl die Werderaner ihren zweiten Matchball verwandeln konnte rannten alle Schöneicher Spieler aufs Feld. Die Freude über den Aufstieg war riesig. Mit dieser Nachricht und den darauf folgenden Glückwünschen der Werderaner, die sich sichtlich auch über den gemeinsamen Aufstieg freuten, fand dieser nervenaufreibende Tag doch noch sein versöhnliches Ende.
Informationen zum Spieltag mit Fotos, Bericht vom Gegner, Ergebisse, Tabellen und vieles mehr gibt es im Datencenter der 3.Mannschaft.









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